Gold und Silber können sich im Vorfeld des Treffens der US-Notenbank gut behaupten. Morgen wird es dann spannend, wenn die Fed in einer Pressekonferenz ihren Zinsentscheid (kaum Überraschungen möglich) und ihre weitere Geldpolitik begründen wird. Nachdem Fed-Chef Powell bereits beim virtuellen Jackson-Hole-Treffen angekündigt hatte, das Inflationsziel von zwei Prozent künftig großzügiger zu Handhaben, wird das Spannendste, ob es dazu neue Ausführungen geben wird. Die Volatilität könnte also morgen durchaus noch einmal zunehmen.
E.B.Tucker, Direktor bei dem Royalty-Konzern Metalla, ist jedoch zuversichtlich für die weitere Entwicklung der Edelmetalle. Er sieht den Goldpreis bis zum Jahresende auf 2.500 Dollar steigen. Außerdem äußert er sich im Interview mit dem Internetportal kitco.com zu der weiteren Entwicklung des Silberpreises. Hier ist er sogar – zumindest prozentual gesehen – noch optimistischer als für Gold. Tucker sieht den Silberpreis bis zum Jahresende auf 40 Dollar steigen. Seiner Ansicht nach habe Silber noch einiges an Aufholarbeit zum Goldpreis zu leisten. „Was viele Investoren nicht wissen: Das Silberangebot ist nicht elastisch. Wenn also der Preis steigt, dann wird nicht automatisch auch mehr Silber produziert. Nur rund ein Viertel der weltweiten Produktion stammt tatsächlich von Silberminen. Das Gros wird als Beiprodukt bei der Produktion von anderen Rohstoffen produziert.“
Die Argumentation ist insofern schlüssig, als dass eine erhöhte Silbernachfrage nicht durch eine höhere Produktion ausgeglichen werden kann. Die Produktion bei Minen kann nicht nach Belieben erhöht werden. Einzig eine höhere Recycling-Quote wäre denkbar. Auch der AKTIONÄR sieht den Silberpreis in den kommenden Wochen und Monaten noch steigen, hält aber 40 Dollar im laufenden Jahr für zumindest ambitioniert. Das Kursziel des AKTIONÄR für Silber liegt im Bereich von 35 Dollar. Wird dieses Ziel erreicht, dürfte das für die Silberproduzenten eine mehr als auskömmliche Marge bedeuten.