Lufthansa und die spannende Steuer-Frage

Lufthansa und die spannende Steuer-Frage
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Thorsten Küfner 11.05.2020, 08:09 Thorsten Küfner

Die Lufthansa hofft in dieser historischen Krise nach wie vor auf Hilfe vom Staat. Doch hierfür dürfte die größte deutsche Fluggesellschaft wohl gleich mehrere bittere Pillen schlucken müssen. So kommen nun angesichts der sich anbahnenden Sperrminorität des Bundes auch die bisherigen Steuersparmodelle des Konzerns auf den Tisch.

So hat SPD-Chef Norbert Walter-Borjans klare Auflagen als Bedingung für eine staatliche Rettung der Lufthansa gefordert. "Es muss klare Bedingungen für ein Engagement der öffentlichen Hand geben", sagte er der "Bild am Sonntag". Es müsse zum Beispiel geklärt werden, "warum die Lufthansa Tochtergesellschaften in Steueroasen hat". "Wenn deren einziger Sinn steuertaktische Gründe sind, sind Auslandsniederlassungen nicht akzeptabel." Daneben müsse die Lufthansa Arbeitsplätze sichern, auf eine Ausschüttung einer Dividende verzichten und dem Staat Mitsprache gewähren. "Es ist den regeltreuen Steuerzahlern nicht zu vermitteln, wenn Firmen ohne Mitspracherecht des Staates eine Kapitalspritze auf Nimmerwiedersehen erhalten."


Die Lufthansa hatte am Donnerstag offiziell bestätigt, dass sie mit dem deutschen Staat über ein Rettungspaket mit einem Volumen von neun Milliarden Euro verhandelt. Danach strebt der Bund einen Anteil von bis zu 25 Prozent plus einer Stimme an, wie es in einer Pflichtmitteilung an die Börse hieß. Auch werde eine Vertretung im Aufsichtsrat angestrebt. An Auflagen sei zudem der Verzicht auf künftige Dividendenzahlungen vorgesehen.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Die Unsicherheit bei der Lufthansa bleibt aktuell groß. Die Perspektiven für die kommenden Jahre - eine voraussichtlich deutlich niedrigere Nachfrage bei anhaltend großem Angebot durch zahlreiche von anderen Staaten gestützte Airlines - sind trüb. Darüber hinaus sprechen derzeit die hohe Wahrscheinlichkeit einer größeren Kapitalerhöhung sowie das angeschlagene Chartbild klar gegen einen Kauf der Lufthansa-Aktie. Anleger sollten weiterhin an der Seitenlinie verharren. 

Quelle: Deutsche Lufthansa

Mit Material von dpa-AFX

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.

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