Volkswagen: Chipkrise belastet wohl länger als gedacht

Volkswagen: Chipkrise belastet wohl länger als gedacht
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Marion Schlegel 16.12.2021, 11:52 Marion Schlegel

Die Aktie von Volkswagen gehört am heutigen Donnerstag zu den sechs besten Werten des Tages im DAX. Bis zum Mittag gewinnt das Papier 2,8 Prozent auf 184,30 Euro. Für eine Entwarnung ist es allerdings zu früh. Die Chipkrise dürfte auch im kommenden Jahr im Fokus stehen.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Der Mangel an Elektronikteilen könnte den Autobauer einem Bericht des Manager-Magazins zufolge stärker belasten als erwartet. Volkswagen dürfte Probleme bekommen, seine in der vorigen Woche beschlossene Fünfjahresplanung ganz zu erfüllen. Die für 2022 angepeilten Verkäufe von knapp zehn Millionen Autos und von fast elf Millionen 2023 seien angesichts fehlender Chips wohl zu optimistisch, heißt es unter Berufung auf einen beteiligten Krisenmanager.

Selbst wenn es "halbwegs vernünftig laufe", werde VW im kommenden Jahr wohl unterhalb der für 2021 erwarteten Zahlen liegen. Für das jetzt auslaufende Jahr kalkuliert der Konzern mit einem Absatz von etwa neun Millionen Fahrzeugen, berichtet dpa-AFX. Im schlimmsten Szenario könnte der Hersteller 2022 sogar nur auf etwa acht Millionen Verkäufe kommen, heißt es in dem Bericht. Demnach wird in der Konzernspitze damit gerechnet, dass die Chipkrise die Lage besonders bei der Kernmarke Volkswagen Pkw sowie der Tochter Skoda weiter verschlechtern dürfte.

Das VW-Stammwerk Wolfsburg ist schwach ausgelastet, hier dürften dieses Jahr weniger als 400.000 Autos fertig werden – ein Niveau wie Ende der 1950er Jahre. In weiteren VW-Werken wie Emden verlieren infolge fehlender Halbleiter und damit einhergehender Produktionsausfälle bereits Zeitarbeiter ihren Job. Offiziell hatte der Konzern in der vergangenen Woche noch eine mögliche, allmähliche Entspannung der Chipkrise 2022 angedeutet.

Trotz der anhaltenden Probleme setzt die Aktie ihre zuletzt wieder positivere Entwicklung fort. Doch wichtige Hürden gilt es noch zu nehmen, bevor man von einer Trendwende sprechen kann – unter anderem das Vor-Corona-Hoch bei 187,74 Euro.

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