Umstrittenes Kryptoprojekt von Sam Altman mit wichtigem Update

Umstrittenes Kryptoprojekt von Sam Altman mit wichtigem Update
Foto: Stephen Brashear/ASSOCIATED PRESS/picture alliance/dpa
Tim Temp 22.03.2024, 15:35 ‧ Tim Temp

Das Kryptowährungsprojekt Worldcoin von OpenAI-Mitbegründer Sam Altman wird künftig biometrische Daten seiner Kunden nicht mehr in der Cloud oder auf Firmenservern speichern. Das teilte die Betreiberfirma Tools for Humanity (TFH) aus Erlangen am Freitag mit. Ein wichtiger Schritt, denn die Datensicherheit wurde immer wieder kritisiert.

Statt der Cloudspeicherung führt Worldcoin das Konzept einer "persönlichen Daten-Aufbewahrung" ("Personal Data Custody") ein, mit dem die Daten nur noch verschlüsselt auf den Smartphones der Anwenderinnen und Anwender gespeichert werden. Das Worldcoin-Projekt bietet einen fälschungssicheren digitalen Identitätsnachweis ("World ID") an, mit dem man sich im Netz als menschliches Wesen ausweisen kann - in Abgrenzung zu KI-generierten Softwarerobotern. Beim Einrichten der "World ID" müssen Interessenten ihre Augen in speziellen Registrierungszentren scannen lassen. Bislang haben mehr als 4,5 Millionen Menschen in 35 Staaten davon Gebrauch gemacht, ihre Iris durch eine Spezialkamera ("Orb") erfassen zu lassen.

Die "World ID" ist mit der Kryptowährung "Worldcoin" (WLD) verknüpft, die an regelmäßige Nutzer in kleinen Stückzahlen ausgeschüttet wird. Der WLD-Token wird auch auf bestimmten Kryptobörsen gehandelt und kann in Währungen wie Euro oder Dollar umgetauscht werden.

Das neue Konzept bedeute, dass sämtliche Informationen (Bilder, Metadaten und abgeleitete Daten), die in einem "Orb" generiert und bei der Verifizierung der "World ID" verwendet werden, auf dem Gerät der Nutzer gespeichert würden, erklärte TFH.

Anwalt Tim Wybitul von der Kanzlei Latham & Watkins, die Worldcoin berät, erklärte, das Unternehmen erfülle damit nicht nur gesetzliche Datenschutzvorgaben. "Vielmehr setzt es fortschrittliche Strategien um, die teilweise weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen." Zudem verfolge Worldcoin den Ansatz, Nutzer lediglich als Menschen zu erkennen, ohne umfangreiche persönliche Informationen zu sammeln. Das ermögliche ein hohes Maß an Datenschutz und setzt neue Maßstäbe beim Schutz der Privatsphäre.

Obwohl TFH beim Iris-Scan für die "World ID" keine weiteren persönlichen Daten wie Name, Geburtstag und Adresse sammelt, war das Konzept in der Politik und bei Behörden auf großes Misstrauen gestoßen. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hatte im vergangenen Sommer eine Basisprüfung des Projektes eingeleitet. Das Ergebnis soll in den kommenden Wochen vorgestellt werden. Zuletzt hatte die spanischen Datenschutzbehörde Agencia Española de Protección de Datos (AEPD) der Betreiberfirma TFH untersagt, weiter Daten einzusammeln.

Die Änderung beim Datenschutzkonzept ist ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung des Krypto-Projektes. DER AKTIONÄR hatte auf die dazugehörige Kryptowährung - den Worldcoin - bereits frühzeitig hingewiesen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Ausgabe 31/2023 notierte der Worldcoin bei 2,05 Euro. Aktuell wird der Coin bei 7,19 Euro taxiert und hat damit eine Wertsteigerung von über 350 Prozent in weniger als sieben Monaten für die Anleger generiert. 

Wer auf der Suche nach weiteren Kursraketen ist, sollte einen Blick in den neusten Aktienreport werfen. Hier erhalten Sie nicht nur vier attraktive Aktien, sondern zu jedem Titel gibt es einen passenden Optionsschein für 4x bis zu 90 Prozent Renditepotenzial dazu. Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt die neuen Kursraketen sichern
Jetzt die neuen Kursraketen sichern

Mit Material von dpa-AFX

Buchtipp: Inside Deepmind

Schachwunderkind, genialer Computerspiel- und Softwareentwickler, Mitgründer von DeepMind Technologies, Chemie-Nobelpreisträger: Heute ist Demis Hassabis Chairman seines inzwischen von Google übernommenen Unternehmens und verfolgt das Ziel, durch Allgemeine Künstliche Intelligenz die Geheimnisse der Biologie und der Physik zu entschlüsseln.

Der Bestsellerautor und Journalist Sebastian Mallaby sprach mehr als 30 Stunden mit Hassabis und befragte außerdem dessen Kritiker, Rivalen und Wegbegleiter. Entstanden ist das facettenreiche Porträt einer Firma und ihres Gründers, der jenseits des Silicon Valleys grenzenlose Intelligenz erschaffen will, die unser Verständnis des Universums verändern wird. Ein packender Blick auf ein Rennen um Talente, Rechenleistung und Macht, dessen Ausgang offen ist, und auf eine der faszinierendsten Erfolgsstorys unserer Zeit.

Inside Deepmind

Autoren: Mallaby, Sebastian
Seitenanzahl: 560
Erscheinungstermin: 15.04.2027
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-68932-137-6

Preis: 29,90 €