Kommentar von Christopher Grätz: Crowd-Lending – Von der Nische zum "innovativen Kapitalmarkt"

Kommentar von Christopher Grätz: Crowd-Lending – Von der Nische zum
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DER AKTIONÄR 16.12.2020, 09:40 DER AKTIONÄR

Auf Crowdlending-Plattformen investieren Anleger in kleine und mittelständische Unternehmen und erhalten dafür attraktive Zinsen. Dabei wählen Privatanleger für ein ausgewogenes Portfolio ihrer Geldanlage zwischen klassischen Krediten und Nachrangdarlehen. So das Crowdlending-Angebot vieler Anbieter bisher. Aber der Markt verändert sich. Crowdlending entwächst dem Nischendasein und der typischen Ein-Produkt-Strategie. Ein Kommentar von Christopher Grätz, CEO und Co-Founder der Kapilendo AG.

Das wachsende Leistungsspektrum vieler Finanzierungsplattformen eröffnet Anlegern und Unternehmern neue Perspektiven. Treiber dieser Entwicklung ist die Einführung der Blockchain-Technologie. Konsequent hat sich die Blockchain in den Wertpapier- und Finanzierungsbereich vorgearbeitet und zu neuen digitalen Finanzierungsformen geführt - wie das elektronische Wertpapier und die digitale Aktienemission. Die Ausgabe von digitalen Wertpapieren verschafft kleinen und mittelständischen Unternehmen einen Zugang zum Kapitalmarkt, den sie vorher nicht hatten.

Für viele kleinere Mittelständler war eine Platzierung von traditionellen Wertpapieren aufgrund einer zu geringen Größe schlicht zu teuer. Mit der Umsetzung eines elektronischen Wertpapiers steht nun aber auch diesen Unternehmen eine effiziente und kostengünstige Alternative zur Verfügung. Für Anleger bedeutet die digitale Anleihe einen zusätzlichen Baustein für ihr Portfolio. Sie legen ihr Geld in tokenbasierte, qualifizierte nachrangige Schuldverschreibungen an, die vom Unternehmen emittiert werden und fest verzinst sind. Digitale Wertpapiere sind zudem handelbar und werden in einem digitalen Schließfach verwahrt. 

Ebenso neu und für Anleger attraktiv ist die digitale Aktienvergabe. Hier eröffnen sich für Investoren also spannende zusätzliche Möglichkeiten zur Streuung des eigenen Kapitals. Fast unbemerkt hat sich ein „innovativer Kapitalmarkt“ formiert – bestehend aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, die nicht börsengelistet sind. Ein zunehmend relevantes Segment für Anleger und Investoren, die dort bereits in großer Zahl aktiv sind. Auch hat sich das Angebot vieler Lending-Plattformen im Bereich Banking-Services deutlich erweitert. So können die Anleger ihre getätigten Investitionen in einem persönlichen „Investment-Cockpit“ überblicken und auch externe Dienstleister anbinden, wie z.B. Aktiendepots, Anlagesparpläne oder Edelmetalle und Immobilienbeteiligungen. Für Unternehmer stehen professionelle Geschäftskonten zur Verfügung, die den Zahlungsverkehr vereinfachen und die finanziellen Kennzahlen im Blick behalten.

Über den Autor:

Christopher Grätz war vor der Gründung von Kapilendo als Management Consultant der KPMG AG im Bereich Strategy & Operations – Financial Services tätig und hat deutsche und internationale Großbanken und DAX-30 Industrieunternehmen beraten. Er hat einen Mastertitel der University of St. Andrews und ist ausgebildeter Bankkaufmann.

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