Kommentar: Ein Herz für Lynch und Buffett – doch Risiko gewinnt

Kommentar: Ein Herz für Lynch und Buffett – doch Risiko gewinnt
Foto: Börsenmedien AG
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Florian Söllner 05.03.2019, 10:07 Florian Söllner
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Folgend die Einleitung aus der neuen Ausgabe des AKTIONÄR Hot Stock Report: Ich habe eine interessante Mail eines Abonnenten erhalten. Er liest ein Buch von Peter Lynch – eine sehr gute Idee. Ich habe als Jugendlicher alles von ihm verschlungen (darunter ein Lynch-Buch, das unser Verleger erstmals nach Deutschland gebracht hat). Die Kritik des Lesers: Weichen Empfehlungen wie die jüngste aus dem Bereich LED/Cannabis (KGV 43) nicht vom Value-Ansatz von Lynch oder Warren Buffett ab? Meine Antwort: Ja! In mir schlagen zwei Herzen: das des Contrarian-Anlegers, der gerne altbackenen, langweiligen Nebenwerten eine Chance gibt – aber auch das eines Tech-Liebhabers. Unser Anlegerglück ist perfekt, wenn es Wachstumsaktien mit Zukunft für ein KGV von 10 gibt – wie 2015 Norcom oder Hypoport. Doch Sie wissen, was Buffett jetzt noch einmal erklärt hat: „Die Preise für Geschäfte, die langfristige Perspektiven versprechen, sind aktuell schwindelerregend hoch.“

Fundamental ist etwa Hyundai ein unterschätzter Value-Wert nach dem Geschmack von Buffett oder Lynch, mit dessen „Erwähnung man auf Dinnerpartys die Menschen vertreibt“. Hyundai Motor wird mit weniger als der Hälfte von Tesla bewertet – obwohl alleine die Marke Hyundai mit knapp fünf Millionen mehr als zehn Mal so viele Autos verkauft. Wir haben mit dem KIA/Hyundai-Vorstand gesprochen und sind von der jüngsten Milliarden-Elektroauto-Offensive überzeugt. Doch es gibt einen Haken. Prof. Dudenhöffer gab mir diese Woche die Info: 2019 wird der gesamte Automarkt für BMW, Tesla oder Hyundai deutlich schrumpfen, erst 2021 wieder wachsen. Daher: Im Autosektor Geduld mitbringen! Das sagt sich auch Buffett: Sein Aktienportfolio war jüngst 173 Milliarden Dollar groß – aber 112 Milliarden Dollar zu investieren hat er nicht über das Value-Herz gebracht und hält er in Cash. Vorsicht ist angebracht. Doch wir müssen in diesen nie dagewesenen Null-Zins-Märkten dennoch am Ball und ein Stück weit im Markt bleiben – mit zu viel Cash auf die Inflation zu warten ist keine Alternative. Manchmal ist das größte Risiko, keines einzugehen.

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