Absolutismus: Der Anfang vom Ende von Thunberg, Fridays for Future und Habeck

Absolutismus: Der Anfang vom Ende von Thunberg, Fridays for Future und Habeck
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23.01.2020, 09:00 ‧ Leon Müller

Ich dachte immer, das sei Stoff für Hollywood und auf dem politischen Parkett nicht mehr en vogue. Doch der ewige Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen der hellen und dunklen Seite – er geht nun in Deutschland wie beim World Economic Forum in Davos unvermindert weiter. Robert Habeck macht ihn wieder auf, den plumpen Zweifrontenkrieg.

Habeck spricht von dem "Gegner, der für alle Probleme" stehe, "die wir haben". Und meint damit US-Präsident Donald Trump. Habeck, der kein politisches Amt innehat und sich selbst mit seinem Austritt bei Twitter jede Social-Media-Kompetenz abgesprochen hat, wird jetzt in der Presse als einer gehandelt, der Kanzler kann. Nicht trotz, sondern weil er Trump beleidigt hat. Habeck selbst denkt vermutlich ebenfalls, er sei in der Lage, ein Land wie Deutschland zu regieren. Trump indes regiert ein Land. Die USA sind das wirtschaftsstärkste Land der Welt. Und Trump kann auch Twitter. Kurzum: Er ist Habeck zumindest in zwei Punkten voraus. Trumps und damit die Interessen der US-Amerikaner als „Desaster“ abzutun, hilft niemandem weiter. Nicht einmal Habeck selbst. Wer immer nur gegen andere giftet, wird irgendwann selbst zu Gift. 


Beide, Trump wie Habeck, und mehr noch Greta Thunberg, sehen die Welt in Schwarz und Weiß. Ihr Absolutismus ist grenzwertig abartig, sind sie doch nicht in der Lage, die Erfolge und Ansichten des jeweils anderen zu achten. Zum Ausdruck kommt das in den Worten von Thunberg, die sagt, in den vergangenen 18 Monaten sei in der Klimafrage "praktisch nichts" erreicht worden. Das ist daneben, weil es falsch ist. Es würdigt in keinster Weise die Anstrengungen der Länder, gerade jene Deutschlands und der EU. Dafür erzeugt es umso mehr Ablehnung. Gegen Thunberg, gegen Fridays for Future und ihre absolutistischen, weltfremden Forderungen. Nicht der Umweltschutz und der Stopp des Klimawandels ist den Menschen ein Dorn im Auge. Es ist die beinahe militante Art und Weise, wie einzelne – darunter Thunberg und Habeck – ihre Forderungen formulieren. 

Dass Thunberg dann in ihrer Rede auch noch davon spricht, das sei "erst der Anfang", ist vielen eine Mahnung. Wenn die Aktivisten aber so weitermachen, könnte es wirklich der Anfang sein. Nämlich vom Ende einer Bewegung, die ursprünglich und eigentlich etwas unbestritten Gutes im Sinn hat(te): den Erhalt des Planeten als lebenswerten Raum für möglichst alle.

Dieser Kommentar ist erschienen als Standpunkt in DER AKTIONÄR Ausgabe 5/2020.

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