Allianz: Nicht schuldig!

Allianz: Nicht schuldig!
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Thomas Bergmann 03.06.2022, 09:55 Thomas Bergmann

Der ehemalige Fondsmanager der kollabierten Structured-Alpha-Hedgefonds, die der Allianz Milliardenverluste beschert haben, hat vor Gericht in New York auf nicht schuldig plädiert. Sein Anwalt behauptete, dass die Strafverfolger Verfahrensfehler begangen haben, die zu einer Einstellung führen könnten. Das berichtet Bloomberg.

Gregoire Tournant, einst Chief Investment Officer und Co- Lead-Portfoliomanager der Hedgefonds, bekannte sich am Donnerstag in fünf Anklagepunkten, darunter Wertpapierbetrug und Verschwörung zur Behinderung der Justiz, nicht schuldig. Ihm wird vorgeworfen, Anleger, die auf der Suche nach risikoarmen Anlagen waren, in die Irre geführt zu haben.

Während der Verhandlung deutete Tournants Anwalt, Seth Levine, seine Verteidigungsstrategie an, indem er argumentierte, dass die Ermittler Tournants früheren Anwalt in einen “Informanten” verwandelt hatten, um Zugang zu Materialien zu erlangen, die durch das Anwaltsgeheimnis geschützt sind. Dieses Vorgehen verstoße gegen Verfahrensgrundsätze. Tournants ehemaliger Anwalt ist Partner bei Sullivan & Cromwell LLP, die auch die Anwaltskanzlei der Allianz ist und das Unternehmen in dem Fall vertritt. Der Medienvertreter der Anwaltskanzlei reagierte nicht sofort auf eine Nachricht, in der er um eine Stellungnahme bat, ebenso wenig wie das US- Justizministerium.

Der 55-jährige Franko-Amerikaner war im Mai im US- Bundesstaat Colorado festgenommen und danach gegen 20 Millionen Dollar Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Seine Anwälte bezeichneten den Fall gegen ihn als "unbegründeten und unüberlegten Versuch der Regierung, die Auswirkungen der beispiellosen, durch Covid ausgelösten Marktverwerfungen vom März 2020 zu kriminalisieren".

Allianz Global Investors US hatte sich im Mai im Zusammenhang mit dem Kollaps der Structured-Alpha-Hedgefonds des Betrugs für schuldig bekannt und sich mit dem US-Justizministerium auf die Zahlung von Schadensersatz und Geldbußen geeinigt. Für die Allianz-Tochter bedeutet dies das Ende in den USA, weshalb es Gerüchte gibt, dass die Allianz ihre Tochter verkaufen könnte. Außerdem hinterlässt die Affäre einen großen Imageschaden.

Allianz (WKN: 840400)

Die Structured-Alpha-Affäre hat der Allianz stark zugesetzt, und es wird noch eine Zeit dauern, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Kurzfristig mag dies den Kurs belasten, auf lange Sicht sprechen aber viele Argumente für den Versicherer.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.

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