Volatilität bleibt hoch: US-Konjunkturdaten bremsen DAX aus

Volatilität bleibt hoch: US-Konjunkturdaten bremsen DAX aus
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Michael Schröder 13.05.2015, 15:05 ‧ Michael Schröder

Gute Vorgaben aus Übersee und eine leichte Erholung am Anleihemarkt hatten den DAX am Mittwoch zunächst gestützt. Am Nachmittag gab der heimische Leitindex seine Gewinne aber wieder ab. Schwache US-Konjunkturdaten und ein erneut steigender Euro sorgten für Verunsicherung.

Die Korrelation zwischen dem Eurokurs und dem DAX war zuletzt nicht zu übersehen: Stieg der Euro gegenüber dem US-Dollar, fiel der DAX. Wertete der Greenback dagegen gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung auf, legte der heimische Leitindex wieder zu. An diesem Wechselspiel dürfte sich auch in der kommenden Woche grundsätzlich nichts ändern. Hintergrund: Ein stärkerer Euro bremst die Gewinnentwicklung exportorientierter Firmen, weil deren Produkte im Ausland teurer werden. Ein schwacher Euro macht Produkte für Käufer außerhalb der Währungszone günstiger, was insbesondere den vielen exportstarken Unternehmen aus Deutschland nützt.

Am Nachmittag ging dem DAX daher wieder die Luft aus. Denn der Kurs des Euro zog kräftig an und sprang über die Marke von 1,13 US-Dollar, nachdem Einzelhandelsdaten aus den USA enttäuscht hatten. Die Devisenexperten der Commerzbank hatten bereits gewarnt, dass schwache Daten die Bedenken in puncto dauerhafter Konjunktureintrübung schüren könnten. Damit würden Erwartungen hinsichtlich eines vorsichtigeren Vorgehens der US-Notenbank Fed bei einer Zinserhöhung gestärkt. Das wiederum macht den US-Dollar im Vergleich zum Euro uninteressanter und treibt den Euro-Kurs nach oben. Ein steigender Eurokurs wird als Belastung für die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft gesehen, da dadurch deren Waren außerhalb der Eurozone teurer werden. Noch Mitte April hatte ein Euro nach monatelanger Talfahrt weniger als 1,06 Dollar gekostet.

Der mögliche Befreiungsschlag mit einem Sprung über den breit angelegten Widerstandsbereich zwischen 11.620 und 11.750 Punkten ist damit wieder nicht gelungen. „Insgesamt gehen wir davon aus, dass ein solcher nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben ist“, so die Chart-Experten der DZ Bank. „Gelingt dieser, eröffnet sich ein weiteres mittelfristiges Potenzial bis 13.150 Punkte, dem 161,8%-Fibonacci-Retracement der laufenden Konsolidierungsbewegung.“ Doch die Liniendeuter heben zeitgleich den warnenden Finger: „Klar ist aber auch, dass dieses Signal rasch erfolgen muss, da der Index im Gegenzug bei Herausbildung neuer Bewegungstiefs unter 11.170 Punkte in eine recht prekäre charttechnische Lage geriete.“

Die nächste Chance bekommt der DAX schon am morgigen Donnerstag, denn auch an Christi Himmelfahrt ist die Börse in Frankfurt geöffnet.

(Mit Material von dpa-AFX)

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