Twitter: Bringt das Abo-Modell den Befreiungsschlag?

Twitter: Bringt das Abo-Modell den Befreiungsschlag?
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Martin Weiß 24.03.2017, 14:54 Martin Weiß

Der 140-Zeichen-Dienst will Power-User zukünftig wohl mit 20 Dollar pro Monat zur Kasse bitten. Die radikale Maßnahme sollte Anlegern allerdings Sorge bereiten.

Kaum noch Wachstum

Twitter ist gescheitert – vorerst jedenfalls. Das Nutzerwachstum (2016: 315 Mio.) ist anämisch und Gewinne schreibt der Konzern schon lange nicht mehr (2016: -457 Mio. Dollar). Bei Twitter ist „flat the new up“, lästerten US-Medien jüngst.

Firmengründer und Teilzeit-Boss Jack Dorsey (ist auch CEO bei Square) scheint jedoch einen Plan für den Turnaround in der Schublade zu haben. Wie der Journalist Andrew Tavani herausfand, soll die Premium-Variante des Analyse-Tools TweetDeck rund 20 Dollar/Monat kosten.

Die Idee, die Plattform stärker zu monetarisieren, ist prinzipiell nicht schlecht. Der Plan, es mit TweetDeck zu probieren, überrascht dennoch. Das Tool wird in erster Linie von Power-Usern, PR- und Werbeagenturen genutzt und deren Zahl ist wohl überschaubar.

Von den 315 Mio. monatlichen Nutzern sind Schätzungen zufolge bis zu zehn Prozent Bots, damit verbleiben 283 Mio. echte Nutzer. Der Anteil der Power User, die Twitter hier zur Kassen bitten kann – für die sich solch eine Investition tatsächlich lohnt – dürfte bestenfalls im niedrigen sechsstelligen Bereich liegen. Das Umsatzpotenzial scheint somit überschaubar.

Eine aus Sicht des AKTIONÄR vielversprechendere Strategie besteht im Aufbohren des Live-Video-Contents. Chinesische Konkurrenten wie Weibo und Momo machen vor, wie das funktioniert.

Fazit: Die Abo-Pläne von Jack Dorsey sind nicht der Heilsbringer für Twitter und erwecken eher den Eindruck, dass dem Management die Ideen ausgehen. Für einen nachhaltigen Turnaround braucht es mehr.

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