Gazprom dreht nun doch am Gashahn

Gazprom dreht nun doch am Gashahn
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Thorsten Küfner 10.09.2014, 17:05 ‧ Thorsten Küfner

Der russische Gasriese Gazprom hat die Lieferungen von Erdgas an die Staaten der Europäischen Union etwas gedrosselt. So erhielt Polen nach Angaben des Versorgers PGNiG nun an zwei aufeinanderfolgenden Tagen 20 bis 24 Prozent weniger Gas als eigentlich bestellt wurde. Gazprom rechtfertigte diesen Schritt mit der Begründung, dass man sich nun allmählich auf den harten russischen Winter vorbereiten müsse. So sollen an einigen Pieplines Instandhaltungsarbeiten durchgeführt worden sein, was zu einer geringeren Lieferung geführt habe. Polen habe indes sehr gut gefüllte Gasspeicher, weshalb das Land die geringere Liefermenge ohne Probleme verkraften werde.

Der Hauptgrund dafür, dass gerade Polen weniger russisches Erdgas erhält, während andere größere Abnehmer nach wie vor die gleiche Menge wie zuvor erhalten, hat aber wohl auch einen anderen Grund: Polen leitet einen Teil des russischen Erdgases an die Ukraine weiter. Da die Ukraine selbst wegen unbezahlter Rechnungen von Gazprom kein Gas mehr erhält (der Gas-Transit durch die Ukraine hindurch läuft hingegen weiterhin normal weiter), war dieser Re-Export den Russen offenbar ein Dorn im Auge. Schleißlich sinkt dadurch natürlich der Druck auf die Ukraine, die ausstehenden Rechnungen doch noch zu begleichen.

Kein Grund zur Panik

Obwohl Russland nun womöglich wieder etwas die Muskeln spielen lässt, ist eher nicht zu befürchten, dass Gazprom den Ländern der Europäischen Union bald deutlich weniger Erdgas liefern wird. Schließlich benötigt Gazprom die Einnahmen aus den lukrativen, langfristigen Verträgen mit Ländern wie Deutschland. Die sehr günstig bewertete Aktie des Weltmarktführers bleibt daher für mutige Anleger ein Kauf (Stopp: 4,70 Euro).

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