Frage des Tages: Was macht Draghi mit dem DAX?

Frage des Tages: Was macht Draghi mit dem DAX?
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Thomas Bergmann 26.10.2017, 11:35 ‧ Thomas Bergmann

Heute Nachmittag um 13:45 Uhr wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Entscheidung zur weiteren Geldpolitik publik machen. 45 Minuten danach wir EZB-Chef Mario Draghi seine obligatorische Pressekonferenz abhalten. Für viele Experten ist es die wichtigste EZB-Entscheidung des Jahres - steht der Aufwärtstrend im DAX auf dem Spiel?

Erinnerungen an 2013

Vielleicht erinnern sich manche Anleger noch an den Sommer 2013. Damals versetzte der damalige US-Notenbank-Chef Ben Bernanke die Märkte mit einer Äußerung vor dem Kongress in Aufruhr. "Die Fed könnte bei anhaltend positiven Wirtschaftsdaten ihre Anleihenkäufe allmählich zurückfahren", sagte er beiläufig. Die Kurse an den Aktienmärkten reagierten mit deutlichen Verlusten - der DAX etwa stürzte innerhalb weniger Tage rund 600 Punkte auf 7.600 Zähler ab.

Viele Anleger sind deshalb vor der heutigen Sitzung nervös. Angesichts der guten konjunkturellen Entwicklung müsste Draghi zumindest den Fuß vom Gas nehmen. Die meisten Investoren und Strategen erwarten, dass er die monatlichen Ankäufe von Anleihen ab Januar 2018 auf 30 Milliarden Euro halbieren wird. Uneins ist man sich hingegen über das Ende des Ankaufprogramms. Das Gros der Experten rechnet mit einem Ende des Anleihenkaufprogramms zwischen September und Dezember 2018.

Keine Alternativen

Sollte Draghi die Erwartungen erfüllen, wäre dies noch lange kein Ende der lockeren Geldpolitik. Bis die Zinsen wieder ein Niveau erreicht haben, auf dem große Investoren in Festverzinsliche investieren, dürfte es noch ein bis zwei Jahre, vielleicht noch länger dauern. Das heißt, dass Aktien weiterhin ohne Alternativen sind. Freilich kann der DAX in einer ersten Reaktion einmal nach unten abtauchen. Doch Konjunktur und Niedrigzinsen werden die Aktienkurse auch 2018 antreiben.

Ein Vorteil der Charttechnik ist, dass sich der Anleger mit diesen Fragen nicht beschäftigen muss. Und die sagt im Moment, dass der DAX auf hohem Niveau verschnauft. Sollte der deutsche Leitindex jedoch die enge Handelsspanne zwischen 12.900 bis 13.094 Punkten verlassen, sollte es vorbei sein mit der Beschaulichkeit. 

Wird der Trendkanal nach unten durchbrochen, müssen sich Trader wohl auf einen Rücksetzer bis 12.500 Zähler einstellen. Bricht der DAX hingegen nach oben aus, wird sich aller Voraussicht nach die Rallye fortsetzen und im Frühjahr womöglich schon die 14.000 ins Visier genommen.

Stopp beachten!

Der empfohlene DAX-Turbo mit der WKN DGR0NZ (Empfehlungskurs: 7,97 Euro) ist weiter aktiv. Zur Gewinnabsicherung wurde der Stoppkurs auf 12,60 Euro nachgezogen. Mehr dazu auch in der aktuellen Sendung "DAX-Check" bei DER AKTIONÄR TV.

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