Experte: Eigentor von Solarworld, Trina, Yingli und Hanwha jubeln

Experte: Eigentor von Solarworld, Trina, Yingli und Hanwha jubeln
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Florian Söllner 29.07.2013, 09:42 Florian Söllner

Statt einschneidender Strafzölle führt die EU nur Mindestpreise und eine Mengenbegrenzung ein. Dies ist nicht der erhoffte große Schutz für deutsche Firmen wie Solarworld. Auch Solarexperte Wolfgang Hummel sieht die Gewinner woanders.

Solarworld eröffnet am Montag leicht stärker. Doch weit besser als der angeschlagene Solarmodulhersteller hatten sich zuletzt die Aktienkurse chinesischer Konkurrenten entwickelt. Auch die jüngste Entscheidung der EU, einen Mindestpreis für Solarmodule einzuführen, bringt Trina und Yingli Rückenwind. Solarexeperte Wolfgang Hummel dazu gegenüber dem AKTIONÄR: "Das angestrebte Preisniveau von 0,56 Euro pro Watt schließt nur die chinesischen Modulhersteller aus, die lediglich über den Preis verkaufen. Dies sind die Massenhersteller der 2. und 3. Reihe."

Solarworld mit Eigentor

Der Berliner Experte weiter: "Das Verhandlungsergebnis stärkt und schwächt nicht, wie von Solarworld erwartet, die chinesischen Premium-Hersteller.  Die chinesischen Marken-Hersteller der ersten Reihe wie Trina, Yingli oder JA Solar leiden bisher selbst unter der chinesischen Billig-Konkurrenz. Die Niedrigpreisangebote führten bisher zu einer starken Marktzersplitterung. Der Minimum-Importpreis führt nun indirekt zu einer Konsolidierung unter den chinesischen PV-Unternehmen, bei der Billig-Anbieter ausscheiden und die bisherigen Marktführer profitieren werden."
 
"Wie erwartet bringt das Ergebnis für Solarworld keine Entlastung, sondern spielt vielmehr den Chinesen in die Hände." Die festgelegte Preisuntergrenze sei ein planwirtschaftliches Instrument und für längere Zeit nicht haltbar. Der Preisrückgang auf dem Zellen- und Modulmarkt werde sich aufgrund technologischen Fortschritts weiter fortsetzen.

Nach wochenlangen Verhandlungen einigten sich China und die EU auf Mindestpreise für Solarmodule und eine Begrenzung der Mengen. Die drohenden Strafzölle für chinesische Module von bis zu 68 Prozent sind damit vom Tisch. Sie wären bereits am 6. August in Kraft getreten.

Rückkehr zu üppigen Margen

Zuletzt waren die Verkaufspreise bis auf nur noch 0,38 Euro pro Watt abgerutscht und damit in etwa auf die Herstellungskosten von JinkoSolar, dem chinesischen Modulproduzenten mit den niedrigsten Kosten. Bei einem Verkaufspreis von 0,56 Euro pro Watt kann JinkoSolar in Europa nun wieder eine stattliche Bruttomarge von fast 50 Prozent erzielen. Aber auch andere chinesische Premium-Herstellern können bei einen solchen Preisniveau profitabel arbeiten.

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