E.on: Kampf ums Milliardengrab

E.on: Kampf ums Milliardengrab
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Michael Herrmann 04.07.2013, 08:15 ‧ Michael Herrmann

Lange Zeit war es ruhig um das umstrittene Steinkohlekraftwerk in Datteln. In dieser Woche dürfte der Kampf um das Großprojekt des Energieriesen E.on aber wieder Fahrt aufnehmen. Ein Scheitern würde dem DAX-Konzern teuer zu stehen kommen.

Es ist wohl das letzte neu gebaute Kohlekraft des Energieversorgers E.on in Deutschland. Und es ist weiterhin fraglich, ob das Kraftwerk in Datteln je ans Netz gehen wird. Scheitert das Projekt endgültig hätte E.on massive Gelder in den Sand gesetzt. "Etwa 80 Prozent des Kraftwerks sind bereits gebaut. Wir haben schon mehr als eine Milliarde Euro in das Projekt gesteckt", erläuterte E.on-Deutschlandchef Ingo Luge der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Showdown am Freitag

Nach langem Stillstand dürfte das Projekt nun wieder stärker in den Vordergrund rücken. Am morgigen Freitag will sich zunächst der zuständige Regionalverband Ruhr (RVR) mit dem Vorhaben befassen. Auch die Staatskanzlei von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bekommt den Fall danach noch einmal zur Entscheidung vorgelegt.

Zurückhaltender Optimismus

Allzugroße Hoffungen will E.on aber nicht wecken. Wann das neue Kohlekraftwerk in Datteln ans Netz gehe? „Das lässt sich heute noch nicht abschließend sagen", sagte Luge, ohne das Projekt aber abschreiben zu wollen. "Wir sind optimistisch, Schritt für Schritt bei den Plan- und Genehmigungsverfahren voranzukommen.". Schließlich sei Datteln das modernste und effizienteste Steinkohlekraftwerk Europas. Bis endgültig grünes Licht der Behörden komme, würden allerdings vermutlich noch einige Monate ins Land gehen.

Zäh wie Kaugummi

Ohne Frage ist Datteln kein Glanzstück für E.on. Seit im September 2009 das Oberverwaltungsgericht in Münster das Umwelt- und das Planungsrecht wegen Verstößen gegen für ungültig erklärt hatte, steht die Baustelle für Europas größtes und modernstes Steinkohlekraftwerk liegt quasi brach. Auch der ansonsten tatkräftige neue Konzernchef Johannes Teyssen hat daran noch nichts ändern können. Eine schnelle Lösung ist angesichts des bisher extrem zähen Verhandlungsprozesses nicht zu erwarten, zumal sich im anlaufenden Bundestagswahlkampf wohl kaum ein politischer Vertreter für ein Kohlekraftwerk einsetzen wird. Ob die E.on-Aktie trotzdem ein Kauf ist, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von DER AKTIONÄR (28/13), die Sie hier bequem als ePaper erhalten.

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