DAX weiter angeschlagen: Kommt Hilfe von EZB-Chef Draghi?

DAX weiter angeschlagen: Kommt Hilfe von EZB-Chef Draghi?
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Michael Schröder 21.01.2016, 08:32 ‧ Michael Schröder

Die Vorgaben aus Übersee sind gemischt. Ob es beim DAX für eine Gegenbewegung reicht, ist fraglich. Der Fokus dürfte sich schnell in Richtung Europäische Zentralbank (EZB) verschieben. Die Notenbank wird sich bei der Zinsentscheidung nach Einschätzung der meisten Experten aber vorerst zurückhalten.

Der Dow Jones hat am Vortag zwar deutlich im Minus geschlossen, sich aber im späten Geschäft von einem Rutsch um knapp 3,5 Prozent deutlich erholt. Die Börsen in Asien schlossen ebenfalls im Minus. Die Lage am Rohölmarkt bleibt angespannt. Am Donnerstag wurden zwar keine neuen mehrjährigen Tiefstände erreicht, eine Erholung stellte sich aber auch nicht ein. Gestern hatten die beiden wichtigsten Ölsorten neue Tiefstände seit dem Jahr 2003 erreicht. Der Grund dafür bleibt gleich, die Versorgung der Welt mit Rohöl ist wesentlich höher als die nachgefragte Menge. Heute Nachmittag wird die US-Regierung ihre wöchentlichen Daten bekanntgeben.

Kurz vorher wird sich der EZB-Präsident Mario Draghi zum ersten Mal in diesem Jahr öffentlich zur aktuellen Lage äußern. Der fallende Ölpreis lässt sein Ziel der Preisstabilität, also einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent, in weite Ferne rücken. Im Dezember lag die Teuerungsrate in der Eurozone bei 0,2 Prozent. Draghi sitzt in der Zwickmühle. Denn solange der fallende Ölpreis die Inflationsrate weiter drückt, wird selbst seine durchgeladene Bazooka wirkungslos verpuffen. Dem Verfall tatenlos zusehen, kann der EZB-Chef aber auch nicht. Experten erwarten aber, dass der Notenbanker heute noch nichts an der Geldpolitik ändern wird. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik könnte aber im März auf der nächsten Sitzung folgen. Um die Märkte bis dahin etwas zu beruhigen, dürfte Draghi heute erneut die Handlungsbereitschaft der EZB betonen.

Was sagt die Charttechnik? „Kurzfristig initiiert das wichtigste deutsche Aktienmarktbarometer einen Test der wichtigen charttechnischen Unterstützung um 9.325 Punkte, dem Tief vom letzten September“, heißt es bei der DZ Bank. „Mit einem Verlust von bereits 1.500 Indexpunkten seit Ende Dezember und einer dementsprechend überverkauften Lage und pessimistischer Stimmung allerorten dürften sich die Bullen hier zumindest nicht kampflos ergeben.“ Fällt der DAX dennoch unter die massive Unterstützung, drohen erneut kräftige Anschlussverluste bis 8.900 Punkte. Die ersten Ziele auf der Oberseite liegen bei 9.500 und 9.625 Punkten.

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(Mit Material von dpa-AFX)

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