DAX-Schluss: Nervosität nimmt zu - Sorgenfalten bei SAP werden größer

DAX-Schluss: Nervosität nimmt zu - Sorgenfalten bei SAP werden größer
Foto: Börse Frankfurt
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Jochen Kauper 20.04.2026, 17:52 Jochen Kauper

Die erneute Schließung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus hat am Montag für klare Verluste am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der Dax gab einen Teil seiner kräftigen Freitagsgewinne wieder ab und schloss 1,15 Prozent tiefer bei 24.417,80 Punkten. Die Ölpreise stiegen wieder deutlich.

Boerse Frankfurt
Quelle: Timm Reichert/Reuters

Die Situation im Nahen Osten bleibt unverändert schwierig. Nachdem der Iran vor dem Wochenende die Öffnung der Meerenge bis zur restlichen Dauer der Waffenruhe am Mittwoch angekündigt hatte, nahm er dies tags darauf wieder zurück. Für Spannungen sorgt vor allem die Seeblockade der Vereinigten Staaten in der Straße von Hormus. Dort hatte die US-Marine am Sonntag einen iranischen Frachter angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht, woraufhin der Iran weitere Verhandlungen mit den USA zunächst einmal auf Eis gelegt hatte.

DAX (RT) (WKN: 846900)

Am Nachmittag sagte US-Präsident Donald Trump, dass eine Verlängerung des Waffenstillstandes "sehr unwahrscheinlich" sei. Ferner werde er die Straße von Hormus nicht vor Unterzeichnung eines Deals öffnen. Gleichwohl kündigte er an, dass sich Vizepräsident JD Vance an diesem Montag auf den Weg zu weiteren Verhandlungen nach Pakistan mache.

Größte Verlierer waren wegen der Nahost-Krise wieder einmal Aktien der Reise- und Freizeitbranche, wie etwa Tui , Lufthansa und Fraport.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Deutsche Autoaktien gaben angesichts des Ölpreisanstiegs allesamt nach, wobei die Anteilsscheine des Autobauers VW mit minus 2,0 Prozent am deutlichsten verloren. Zum allgemeinen Druck kamen noch negative Nachrichten und Erwartungen für VW selbst hinzu. So sprach sich Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies dafür aus, den Bau von chinesischen Autos in den deutschen VW-Werken zu prüfen, da der Wolfsburger Autohersteller weiterhin mit Entlassungen und Überkapazitäten an seinen Standorten zu kämpfen hat. Was den anstehenden Quartalsbericht angeht, ist zudem die Investmentbank Goldman Sachs etwas vorsichtiger geworden. Das operative Quartalsergebnis dürfte laut Analyst Christian Frenes etwas unter den Erwartungen liegen.

SAP (WKN: 879535)

Aktien aus der Energiebranche legten unterdessen europaweit wieder zu. Hierzulande gewannen RWE und Eon. SAP als Schlusslicht im Dax büßten 3,0 Prozent ein und weiteten ihren Jahresverlust auf rund 28 Prozent aus. Die Softwarebranche leidet besonders unter den Sorgen vor einer Verdrängung durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). SAP-Chef Christian Klein werde zur Zahlenvorlage in dieser Woche wohl insbesondere noch einmal genau erklären müssen, was er mit "kurzfristigen Schmerzen" hinsichtlich der weiteren Aussichten des Unternehmens gemeint habe, erwartet JPMorgan-Analyst Toby Ogg.

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