Commerzbank: Jetzt ist er weg

Commerzbank: Jetzt ist er weg
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Andreas Deutsch 20.04.2016, 08:44 ‧ Andreas Deutsch

Martin Blessing geht, Martin Zielke übernimmt: Bei der Commerzbank steht zum 1. Mai ein Chefwechsel an. Die Aktie kommt langsam wieder in Fahrt. Eine Chance für Mutige.


„Kapitalvernichter", "Staatsbanker" - Commerzbank -Chef Martin Blessing musste in seinen knapp acht Jahren an der Spitze des zweitgrößten deutschen Geldhauses viel Kritik und Spott einstecken. Sein Abschied von den Aktionären bei der Hauptversammlung an diesem Mittwoch in Frankfurt dürfte einigermaßen versöhnlich ausfallen: Die Bank fuhr im vergangenen Jahr einen Milliardengewinn ein und zahlt ihren Anteilseignern erstmals seit 2007 wieder eine Dividende.

Die Commerzbank stehe heute "signifikant besser da als vor der Finanzkrise", bilanzierte Blessing im Februar. Und: Der Vorstand erwarte 2016 eine Fortsetzung des Erfolgskurses - trotz andauernder Unsicherheit an den Finanzmärkten.
Trotzdem war die Aktie der Commerzbank lange unter Beschuss. Mittlerweile hat sich das Papier wieder erholt und steht bei 8,46 Euro.

Eigengewächs übernimmt

Nun stellen sich die Anleger die Frage: Setzt sich die Erholung unter dem neuen Commerzbank-Chef Martin Zielke fort? Der gebürtige Nordhesse begann seine Laufbahn als Banker ganz klassisch mit einer Lehre am Schalter der Deutschen Bank in Kassel. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre zog es den Diplom-Kaufmann 1990 in die Bankenmetropole Frankfurt, wo er zunächst bei der Dresdner Bank, später bei der letztlich erfolglosen Deutschen Bank 24 arbeitete.

Seit 2002 ist Zielke bei der Commerzbank und stieg dort im November 2010 in den Vorstand auf. Als Chef der Privatkundensparte brachte er das lange schleppende Geschäft wieder auf Touren. Seit Ende 2012 investiert die Commerzbank massiv in die Sparte, mehr als 800 000 zusätzliche Kunden konnten gewonnen werden. Sein Bereich entwickelte sich vom Sorgenkind zur Gewinnmaschine. Dafür wird der Manager intern gefeiert. Zielke ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Mutige bleiben dabei

Trotz leichter Verlust am Dienstag sieht es das Chartbild gut aus: Nehmen der Markt und auch die Commerzbank-Aktie schnell wieder Fahrt auf, könnte schon bald der Widerstand bei 8,65 Euro geknackt werden. Mittelfristig hat die Aktie Luft bis zehn Euro. Fazit: Mutige Anleger, die investiert sind, bleiben investiert und beachten den Stopp bei 6,15 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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