Chinesische Internet-Mauer schützt Baidu und Alibaba vor Facebook und Google

Chinesische Internet-Mauer schützt Baidu und Alibaba vor Facebook und Google
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Florian Söllner 18.11.2014, 12:08 Florian Söllner

Die chinesische Mauer steht: China hat seine Internetblockaden auf tausende weiterer Internetseiten ausgeweitet. Der Großanbieter von Cloud-Diensten, Edgecast, räumte am späten Montag in einer Mitteilung ein, dass viele seiner Dienste seit kurzem von China aus nicht mehr oder nur noch eingeschränkt abrufbar sind. Auch Sony Mobile und "The Atlantic" werden geblockt.

Die Zensurexperten von Greatfire.org bezeichneten den Schritt als "Versuch, China vom globalen Internet abzuschneiden". Die Organisation hatte mehrfach angeprangert, dass Chinas Zensurapparat immer ausgefeilter operiere. Teilweise würden Zugriffe auf internationale Internetseiten gezielt verlangsamt, um sie für chinesische Nutzer unbrauchbar zu machen. Zensur und Störungen von Tunneldiensten, mit denen die "Große Firewall" genannten Internetsperren in China umgangen werden können, haben zugenommen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International prangerte am Dienstag Chinas Internetzensur an. "Chinas Internetmodell ist von extremer Kontrolle und Repression gekennzeichnet", sagte China Forscherin William Nee laut Mitteilung. Die Regierung setze eine Armee von Zensuren zur Kontrolle ein.

Schlecht für Google und Facebook
Chinas Internet wird seit Jahren stark kontrolliert. Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sowie Youtube oder Webseiten von Menschenrechtsorganisationen und ausländischen Medien wie die "New York Times" oder die Nachrichtenagentur Bloomberg sind von China aus nicht abrufbar. In diesem Jahr hatte China die Sperren bereits ausgeweitet. Kurz vor dem 25. Jahrestag des Pekinger Massakers im Juni wurde erstmals der Zugang zu allen Google -Diensten in China wie Suche, Gmail, Maps und die Fotoplattform Picasa gesperrt.

Für Facebook und Co gibt es dennoch Hoffnung. Facebook hat ein erstes Büro und Shanghai eröffnet und Mark Zuckerberg die chinesische Sprache gerlernt. Seine Hoffnung: China öffnet sich früher oder später für westliche Anbieter.

Noch sind die heimischen Anbieter wie Baidu jedoch in einer komfortablen Situation. Künstlich geschützt durch die westliche Konkurrenz florieren die Geschäfte der China-Player. Im dritten Quartal kletterte der Baidu-Umsatz um starke 52 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn legte um 17 Prozent auf 0,6 Milliarden Dollar zu. Und Smartphone-Bauer Xiaomi will offenbar in die Online-Videothek iQiyi einsteigen. Mit diesem neuen Kapital könnte die Baidu-Sparte ihre aggressiven Wachstumspläne verwirklichen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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