Bernecker: Volkswagen stellt die Weichen; Gerichte urteilen

Bernecker: Volkswagen stellt die Weichen; Gerichte urteilen
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24.06.2016, 08:56 ‧ Werner Sperber

Die Spezialisten des Frankfurter Börsenbrief schreiben, Volkswagen möchte unter der Überschrift „TOGETHER - Strategie 2025“ in die automobile Zukunft. Das Riesen-Unternehmen dürfte im Jahr 2025 in mehrfacher Hinsicht ein völlig anderes Gesicht haben: Der Konzern möchte zu einem Elektroauto-Riesen werden. Bis zum Jahr 2025 sind mehr als 30 neue E-Fahrzeuge geplant, die sich zwei bis drei Millionen Mal pro Jahr verkaufen sollen. Das entspräche grob 20 bis 30 Prozent der Volkswagen-Autoproduktion des vergangenen Jahres. Batterie-Technologie, die Digitalisierung und das autonome Fahren sollen als neue Kompetenzfelder erschlossen werden.

Mobilitätsdienstleistungen erhalten sogar den Status als neues Geschäftsfeld. Bis zum Jahr 2025 soll das neue Geschäftsfeld Milliarden-Erlöse einspielen. Volkswagen ist eines der forschungsstärksten Unternehmen in Deutschland. Im vergangenen Jahr gab das Unternehmen dafür 11,9 Milliarden Euro aus und meldete weltweit 6.244 Patente an. Wenn Volkswagen noch sinnvolle Partnerschaften eingeht oder (junge) Unternehmen kauft, könnte die neue Sparte sich enorm gut entwickeln.

Volkswagen möchte allerdings auch das klassische Geschäft effizienter, profitabler und zukunftsfähiger machen. Dafür soll ein zweistelliger Milliarden-Betrag investiert werden. Zudem sollen viele der derzeit rund 340 Modellvarianten auslaufen. Die modularen Baukasten-System sollen von bisher 12 auf künftig vier verringert werden. Mit all dem soll die operative Rendite des Konzerns von etwa sechs Prozent (vor Sondereinflüssen) im vergangenen Jahr auf sieben bis acht Prozent erhöht werden. Für die Kapitalrendite bei den Automobilen stehen „mehr als 15 Prozent“ auf der Wunschliste. Um die Effizienz zu steigern, könnte das Komponentengeschäft mit immerhin etwa 67.000 Mitarbeitern, quasi einer der weltgrößten Automobilzuliefer-Betriebe, selbständig machen und vielleicht sogar an die Börse bringen. Eine andere Möglichkeit wäre, einen Teil der 99,55 Prozent, die Volkswagen an der Audi AG hält, an der Börse zu verkaufen. Audi steht allein für einen Börsenwert von fast 26 Milliarden Euro.

Die Spezialisten des Frankfurter Börsenbrief halten den strategischen Umbauplan langfristig für spannend. Allerdings sind die Risiken (bezüglich Dieselgate) derzeit noch zu unübersichtlich. Anleger sollten die Vorzugsaktie also nur beobachten.

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