Apple-Investor Einhorn: Die Tech-Blase platzt – ein bisschen

Apple-Investor Einhorn: Die Tech-Blase platzt – ein bisschen
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Florian Söllner 07.05.2014, 11:17 Florian Söllner
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Gestern hat es Twitter bereits erwischt – die mit einem KGV von über 1.000 bewertete Internetaktie verlor rund 18 Prozent an Wert. Hedgefonds-Manager David Einhorn hatte jüngst vor einem solchen Crash gewarnt. Jetzt stellte er allerdings in einem neuen Interview mit Bloomberg klar: Wir sehen keine grundsätzliche Aktienblase. Eine massive Übertreibung wie im Jahr 2000 sehe er nicht. Er sei selbst viele Tech-Titel „massiv long“, seine größte Position ist etwa Apple. Solche werte seien weiterhin „ziemlich günstig“.

Diese Aktie shortet er

Doch ein Teil des Marktes sei tatsächlich gefährlich bewertet. „Wir haben eine Reihe von Momentum-Aktien identifiziert, welche Preise jenseits einer normalen Bewertung erreicht haben“, so Einhorn. „Hier sehen wir tatsächlich eine Blase“. Das Problem sei, dass sich Aktien, deren Bewertungen schon „dumm“ seien in den letzten Monaten noch einmal vervielfacht hätten.

Zumindest eine seiner neuen Short-Ideen hat er nun verraten. Es handelt sich dabei um den Anbieter für Internet-Services für Ärzte Athenahealth. Die Aktie reagiert bereits auf die Aussagen von Einhorn und verlor 13 Prozent auf 110 Dollar. Den fairen Wert sieht Einhorn – der sich den Vorwurf gefallen lassen muss, den Wert seiner Shorts mit seinen Warnungen selbst zu beeinflussen – bei nur rund 50 Dollar.

Short vor Finanzkrise

Der Hedgefonds-Manager wurde zur Legende als er schon vor der Finanzkrise Lehman Brothers leerverkaufte. In den letzten Jahrzehnten hat sein Fonds eine durchschnittliche Jahresperformance von 20 Prozent erzielt. Kollege Gradante über Einhorn: "Wie ein Tier im Urwald rechtzeitig eine Gefahr spürt, weiß er wenn für eine Aktie die Stunde geschlagen hat".

Der extrem akribisch Bilanzen studierende Einhorn ist wohl von hohen KGVs von Aktien wie Netflix oder Twitter abgeschreckt. Welche Aktien Einhorn gerade shortet ist derzeit jedoch noch ein Geheimnis. Und das dürfte auch so bleiben: Jüngst hatte ein Blogger ein Investment bei Seeking Alpha öffentlicht gemacht – und wurde daraufhin von Einhorn entlarvt.

Auch ein anderer Manager hatte jüngst vor einem Tech-Crash gewarnt. Siehe auch „Droht Crash bei Twitter, Facebook und Netflix.“

Stopps beachten!

DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Meinung: Einzelne Papiere wie Twitter sind zu teuer und drohen weiter einzubrechen. In anderen Fällen lohnt es sich jedoch das Risiko einer kurzfristig hohen Bewertung einzugehen, um auf künftiges, starkes Wachstum zu setzen. Dennoch: Anleger sollten derzeit diszipliniert ihre Stoppkurse nachziehen, um ihre Gewinne abzusichern.

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