Konjunktursorgen setzen DAX unter Druck – darauf kommt es kurzfristig an

Konjunktursorgen setzen DAX unter Druck – darauf kommt es kurzfristig an
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Michael Schröder 23.04.2015, 13:46 ‧ Michael Schröder

Wieder aufgeflammte Konjunktursorgen haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag weiter ins Minus gedrückt. Der DAX weitete bis zum Mittag seine Vortagesverluste aus und rutschte dabei sogar unter die Marke von 11.700 Punkten. Wo könnte die Abwärtsbewegung stoppen?

Die Unternehmensstimmung im Euroraum hatte sich im April nach vier Anstiegen in Folge eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex, eine Umfrage unter leitenden Angestellten, fiel um 0,5 Punkte auf 53,5 Zähler. Bankvolkswirte hatten dagegen im Schnitt mit einer weiteren Verbesserung auf 54,4 Punkte gerechnet. Angesichts der verbreiteten Erwartung, dass die sehr lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank das klägliche Wachstum zum Jahresauftakt ordentlich ankurbeln würde, sei die momentane Abkühlung doch eine herbe Enttäuschung, sagte Chefökonom Chris Williamson vom Forschungsinstitut Markit. Bezogen auf einzelne Länder der Eurozone hätten vor allem die französischen Stimmungsindizes enttäuschen, schrieb Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba. Die Kennziffer für den Dienstleistungssektor sei überraschend deutlich gesunken. Auch in Deutschland fielen die Indikatoren durch die Bank spürbar zurück.

Im spärlich gefüllten Konjunkturkalender der USA in der neuen Woche ragen nur die Auftragseingänge für langlebige Güter im März hervor, die am Freitag veröffentlicht werden. Diese zeigten in den letzten Monaten einen Abwärtstrend, der sich laut der Postbank weiter fortgesetzt haben dürfte, und untermauerten damit die konjunkturelle Schwächephase in den USA.

Der DAX geriet im Anschluss unter Druck. Nachdem zuletzt weder die Unterstützung im Bereich um 12.000 Zähler noch die bei 11.800 Punkten Halt bieten konnte, nimmt der Leitindex nun die horizontale Unterstützung bei 11.600 Zählern ins Visier. Hier kam es bereits am 26. März zu einer kurzfristigen Trendwende. Rutscht der DAX auch unter diese Marke, droht eine Beschleunigung der Abwärtsbewegung in Richtung 11.200 und 11.000 Zähler. Mit einem erneuten Anstieg über 11.800 oder 12.000 Punkte würde sich das Chartbild wieder aufhellen.


(Mit Material von dpa-AFX)

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